Der Trainer beim Turnier: Grant Sinclair sucht die Herausforderung beim German PGA Teachers Championship
Bei der German PGA Teachers Championship 2026 hat sich Grant nun wieder selbst auf die Probe gestellt – nicht als Lehrer, sondern als Spieler. Vom 14. bis 16. September wurde im Golfpark Rittergut Birkhof in Korschenbroich, Nordrhein-Westfalen, auf dem anspruchsvollen Par-73-Meisterschaftsplatz der Deutsche Golflehrermeister ermittelt – mit einem stark besetzten Feld von 102 Meldungen.
“Weil ich Golf einfach liebe” – Grant Sinclair
Drei Tage voller Birdies, Nervenkitzel und einem hochkarätigen Feld
Grant eröffnete das Turnier, mit Felix Kania als Caddy an seiner Seite, auf dem anspruchsvollen, wasserreichen Platz mit fünf Birdies, musste sich aber auch mit vier Bogeys und einem Doppelbogey auseinandersetzen. Am Ende stand eine 74 (+1) – solide im vorderen Mittelfeld eines hochkarätigen Feldes.
Die zweite Runde lief noch konstanter: Erneut fünf Birdies, diesmal nur zwei Bogeys, ergaben eine 72 (-1) und in Summe 146 Schläge – Even Par und mit dem geteilten 17. Platz sicher durch den Cut, der bei +9 lag. Für Gänsehaut sorgte dabei Loch 8: Der Grants Abschlag landete kaum zwei cm neben der Fahne – das Hole-in-One und die damit verbundene Woche auf Mauritius verpasste unser Pro nur hauchdünn.
Am Finaltag zeigte Grant zunächst konstantes Golf: Nach vier Pars zum Auftakt sorgten zwei Birdies in Folge an den Löchern 5 und 6 für Schwung, einen Bogey an 7 glich er mit einem weiteren Birdie an der 8 sofort wieder aus. Nach fünf ruhigen Pars in Serie legte er an Loch 14 sein viertes Birdie des Tages nach. Bis Loch 15 lief alles nach Plan – doch ausgerechnet die letzten drei Bahnen, die ihm sonst besonders liegen, brachten die Runde ins Wanken und drückten das Tagesergebnis auf eine 74 (+1).
Mit Runden von 74, 72 und 74 – insgesamt 220 Schläge (+1) – beendete Grant das Turnier auf dem geteilten 17. Platz. „Ich war zunächst enttäuscht, dass ich mein Match nicht ins Ziel retten konnte", gibt Grant zu, „aber mittlerweile denke ich mir: Es war trotzdem alles okay." Für das Schlussloch-Trio hat er eine einfache Erklärung: „Ich war einfach kaputt, und mein Plan war, bis zur 16 alles gut zu machen, weil mir die letzten drei Löcher eigentlich liegen. Falscher Gedanken", konnte er schon wieder lachen.
Interview: Warum tut man sich das als Lehrer noch an?
Wo liegt die Motivation, sich nach Jahren wieder dem Wettkampf zu stellen? Im Gespräch verrät Grant, was ihn antreibt, was ihm am schwersten fiel – und was er daraus für seinen eigenen Unterricht mitnimmt.
„Ich spiele gerne solche Turniere, weil ich mich persönlich immer wieder herausfordern und schauen möchte, wo ich im Vergleich zu anderen Pros stehe", erklärt Grant seinen Antrieb. „Außerdem finde ich es wichtig, auch als Golflehrer den Wettkampf zu suchen. Das hält mich selbst im Training und kommt letztlich auch meinen Schülern zugute.”
Die größte Herausforderung lag für ihn im mentalen Bereich: „Über die ganze Runde konzentriert zu bleiben und eine Ausrutscher sofort abzuhaken, das ist schwer. Im Turnier ist eben keine normale Runde – jeder Schlag zählt. Man setzt sich automatisch mehr unter Druck."
Als wichtigste Erkenntnis nimmt er mit, wie viel gutes Course Management ausmacht: „Man muss nicht jeden Schlag perfekt spielen. Wichtig ist, sich nach einem schlechten Schlag schnell zu sammeln und positiv nach vorn zu schauen. Daran möchte ich auch bei meinem eigenen Spiel weiter arbeiten."
Auch für seinen Unterricht nimmt Grant einiges mit: „Wenn man wieder unter Turnierdruck steht, merkt man noch einmal ganz anders, was im Kopf passiert. Das hilft mir auch im Unterricht, gerade wenn es um Platzstrategie, Entscheidungen und den Umgang mit Fehlern geht. Ich kann meinen Schülern dadurch vielleicht noch besser vermitteln, dass Golf nicht nur aus guten Schlägen besteht. Wichtig ist genauso, mit den misslungenen Schlägen richtig umzugehen."
Dass ihm der Spaß am Spiel trotz des kniffligen Endes nicht vergangen ist, daran lässt Grant keinen Zweifel: „Ich mache das wieder, solange ich kann, weil ich Golf einfach liebe. Und es ist schön, sich mit anderen Pros zu treffen, zusammen zu lachen und zu sehen, dass sie genau soviel Spaß am Golf haben wie ich.” Seinen Ehrgeiz für die nächste Ausgabe lässt er dabei schon jetzt durchblicken: „Nächstes Jahr bin ich Champion...”



